Was ich lese: “Teufelstritt” von Ursula Hahnenberg

Posted by on Sep 15, 2016 in Was ich lese | No Comments
Was ich lese: “Teufelstritt” von Ursula Hahnenberg

In diesem Fall sollte es wohl besser heißen – was ich gelesen habe – liebe Krimifreunde, denn es ist schon ein paar Wochen her, dass ich das aktuelle Buch von Ursula Hahnenberg lesen durfte. Durfte deshalb, da ich das Glück hatte an einer Leserunde bei Lovelybooks teilzunehmen und das Buch als kostenfreies Rezensionsexemplar frei Haus geschickt bekam. Der Gott des Buches war mir offensichtlich wohl gestimmt …

Was die Lektüre noch ein wenig interessanter gemacht hat, war die Tatsache, dass ich die Autorin auf dem diesjährigen Selfpublishing-Day in München persönlich kennengelernt habe. Wir hatten in den Pausen zwischen den einzelnen Workshops nicht nur eine ausgesprochen vergnügliche Zeit, sondern ich konnte auch noch so manchen guten Tipp mitnehmen.

von Ursula Hahnenberg

von Ursula Hahnenberg

Teufelstritt ist der erste Kriminalroman von Ursula Hahnenberg, die auch als Lektorin arbeitet, ursprünglich aber einmal Forstwirtschaft studiert hat. Und da sind wir schon fast mitten im Buch, denn die Protagonistin in Teufelstritt ist die Försterin Julia Sommer und man merkt dem Buch an, dass da jemand schreibt, der wirklich Ahnung von der Materie hat. Dabei gibt es nicht nur menschliche Leichen, sondern es kommt zu meinem persönlichen Bedauern auch ein Hirsch zu Tode. Ja, ich gebe zu, ich kann mit toten Menschen in Krimis recht gut leben, bei Tieren wird es schnell schwierig. Und nein, das ist politisch jetzt eher nicht korrekt, aber das kann ich leider nicht ändern.

Eines Morgens findet Julia Sommer, die nach der Trennung von ihrem Mann mit ihrem kleinen Sohn und ihrer Oma gerade erst in den kleinen Ort gezogen ist, ihren Chef, der sich nicht gerade als Sympathieträger entpuppt hatte, tot im Wald und gerät schon bald nicht nur in das Fadenkreuz der Polizei, sondern auch die Dorfbewohner halten sie für eine Mörderin. Um ihre Unschuld zu beweisen, beginnt sie selbst Nachforschungen anzustellen, als kurz darauf ein zweiter Mord geschieht und wiederum Vieles dafür spricht, dass Julia die Täterin ist. Letztlich kann Julia den Fall aufdecken, der weit in die Vergangenheit zurück reicht, aber dabei geraten sie und ihre Familie in tödliche Gefahr.

Ein wirklich spannendes Buch, das langsam anfängt, sich dann aber wirklich dramatisch zuspitzt und mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Dabei lassen sich die 320 Seiten ausgesprochen gut und schnell lesen, also die perfekte Sommerlektüre. Ein wenig gehadert habe ich teilweise mit den Figuren. So sind die Handlungen der Protagonistin für mich nicht immer ganz nachvollziehbar und die “Bösen” sind vielleicht ein wenig eindimensional. Aber Menschen tun ja manchmal die eigenartigsten Dinge und ich bin sicher, dass Julia Sommer im nächsten Band noch weiter an Profil gewinnen wird. Ansonsten ist das Buch wirklich schön geschrieben und die Handlung ist nachvollziehbar (ich mag es ja gerne etwas verzwickt, aber wenn es so verzwickt wird, dass ich den Überblick verliere, wird meine Geduld schon stark strapaziert – das ist hier nicht der Fall). Gut gefallen hat mir, dass die einzelnen Handlungstage immer mit meteorologischen Daten wie Temperatur, Sonnenauf- und untergang, etc. ergänzt waren, das hatte was.

Kurzum: Eine vergnügliche Krimilektüre, die für den Nachfolgeband einiges erwarten lässt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre
Liz Freitag