Was ich höre: Ein irischer Dorfpolizist von Graham Norton

Posted by on Aug 25, 2017 in Was ich höre | No Comments
Was ich höre: Ein irischer Dorfpolizist von Graham Norton

Wenn ich nicht gerade an meinem eigenen Buch arbeite (was ich eigentlich gerade sollte), dann lese ich und wenn ich nicht lese, dann höre ich – Hörbücher. Da ich jeden Tag mindestens zwei Stunden im Auto sitze, sind Hörbücher einfach genial. Ich habe schon seit vielen Jahren ein Audible-Abo, das ich intensiv nutze.

Über Lovelybooks bin ich nun in den Genuss des Hörbuchs “Ein irischer Dorfpolizist” von Graham Norton gekommen. Es liest der Schauspieler Charly Hübner.

Ein irischer DorfpolizistSchauplatz dieses Krimis ist das verschlafene Dorf Duneen, ganz im Süden Irlands, in dem der übergewichtige und etwas behäbige Dorfpolizist Sergeant PJ Collins für Recht und Ordnung sucht. Wobei er nicht viel zu tun hat, denn hier, am Ende der Welt, passiert nichts. So lange nicht, bis plötzlich bei Bauarbeiten ein Skelett zu Tage gefördert wird, das offensichtlich bereits über zwanzig Jahre auf dem Grundstück eines ehemaligen Bauernhofs vergraben war. Und plötzlich kommt nicht nur Leben in die Dorfgemeinschaft, sondern es werden eine ganze Reihe von Geheimnissen und Lebenslügen aufgedeckt.

Da ist Brid Riordan, die zu viel trinkt und schon lange unglücklich ist in ihrer Ehe. Da sind die etwas eigenartigen Ross-Schwestern, die sich nach dem Tod ihrer Eltern für ein Leben zu dritt entschieden haben. Und dann gibt es noch Thommy Burke, der vor langer Zeit Brid die Ehe versprochen und gleichzeitig ein Auge auf Evelyne Ross geworfen hatte, bevor er bei Nacht und Nebel in einen Bus stieg und verschwand.

In dem kleinen Dorf ist plötzlich eine Menge los und es wird noch turbulenter, als einige Monate später das Skelett eines Säuglings gefunden wird. Irgendwie scheinen fast alle Dorfbewohner etwas zu verbergen haben und PJ Collins muss sich schon mächtig ins Zeug legen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Wer Action, blutrünstige Morde oder Gänsehaut braucht, der sollte dieses Buch besser links liegen lassen.
Hier geht es weniger um die Leichen, die zufällig gefunden werden, sondern vielmehr um die Bewohner des kleinen verschlafenen irischen Dorfs und ihres Dorfpolizisten PJ Collins. Schön skizzierte Figuren, deren Leben von viel Tragik geprägt sind. Besonders gut gefallen hat mir, dass jeder mit seinem Schicksal anders umgeht, der eine eben besser, der andere schlechter. Das ist sehr lebensnah, ohne jedoch belehrend zu wirken. Die Figuren sind alle ein wenig skurril, wirken jedoch nie albern.

Charly Hübner trifft Ton und Tempo der Geschichte gut und liest ebenso behäbig, wie Sergeant Collins daher kommt. Mir persönlich ist das ein klein wenig zu sehr wie der gute Märchenonkel und hin und wieder schludert er ein wenig mit den Satzenden oder trifft die Betonung nicht ganz. Aber im Großen und Ganzen ist Charly Hübner eine gute Besetzung für dieses Hörbuch.
Alles in allem empfehlenswert.