Mein Assistent

Posted by on Mai 1, 2016 in Privates | No Comments
Mein Assistent

Ich habe einen Assistenten.

Brauche ich einen Assistenten?
Brauche ich ein Glas Wein? Nein, absolut nicht. Man kann abstinent glücklich leben. Oder man kann Bier trinken. Oder Whiskey oder was auch immer. Ich persönlich trinke gerne mal ein Glas Wein. Ich genieße es und es gehört für mich zu einem guten Essen oder einem gemütlichen Abend dazu.

Genau so genieße ich die Anwesenheit meines Assistenten. Ich könnte ohne ihn leben. Ja, aber weitaus, wirklich weitaus schlechter.

Er ist ein junger Mann, Anfang 20, also sehr viel jünger als ich. Aber der Altersunterschied stört uns nicht. Im Gegenteil. Er ist voller Lebensfreude, agil und immer guter Laune. Er ist gerne draußen und er zwingt mich dazu, ebenfalls viel Zeit draußen zu verbringen. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte einfach auf dem Sofa sitzen bleiben. Ich bin müde und erschöpft, draußen regnet es und ich habe einfach keine Lust vor die Tür zu gehen. Ich könnte noch mal an den Schreibtisch, weiter schreiben, das tun, was ich tun sollte. Aber an der Stelle macht er keine Kompromisse. Er will raus und ich muss mit. Und auch wenn ich mich manchmal sträube – wenn ich dann mit ihm über die Felder laufe, merke ich, wie ich mich plötzlich entspanne, wie mein Kopf frei wird und mir plötzlich die Ideen einfallen, nach denen ich am Schreibtisch so lange gesucht habe.

Er sieht gut aus. Er sieht einfach unverschämt gut aus. Er ist Italiener. Er hat weiches blondes Haar, wunderschöne braune, sehnsuchtsvolle Augen und Wimpern für die so manche Frau töten würde. Apropos Frauen – ein Thema für sich. Frauen sind verrückt nach ihm. Nicht nur, weil er so gut aussieht. Er ist ein Frauenversteher. Charmant, freundlich, lustig. Wenn wir gemeinsam unterwegs sind, drehen die Frauen sich nicht nur nach ihm um, sie rufen ihm nach “ach, wie süß”, “oh, wie hübsch”, etc. Manchmal ist es, als würde ich mit einer personifizierten Boy-Group spazieren gehen. Zugegeben, das ist nicht immer einfach und ja, ich bin eifersüchtig.

Er ist verständnisvoll. Er ist das verständnisvollste Wesen, das ich kenne. Er ist liebevoll und anschmiegsam. Er tröstet mich, wenn es mir schlecht geht. Er hilft mir durch die dunkelsten Stunden. Und er ist immer für mich da, auch wenn ich mal schlechte Laune habe. Er nimmt nichts übel und ist nicht nachtragend. Aber eigentlich kann ich in seiner Gegenwart gar keine schlechte Laune haben, denn er bringt mich sofort zum Lachen.

Er ist zärtlich. Er liebt es, mit mir auf der Couch zu kuscheln und kann gar nicht nah genug bei mir sein. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, er ist immer bereit für Zärtlichkeiten. Dafür kann ich ihn selbst aus dem tiefsten Schlaf wecken. Er ist warm und weich und anschmiegsam und er findet, dass ich die tollste Frau der Welt bin.

Er kann nicht kochen. Ja, das ist ein kleines Manko. Als ich erfuhr, dass er Italiener ist, träumte ich davon, dass er mir Pasta machen würde oder Pizza backen. Und wenn das schon nicht, wenigstens den Abwasch erledigen. Aber was Hausarbeit betrifft, ist er ein Pascha. Waschen, Kochen, Bügeln, Staubsaugen, usw. – alles meine Aufgaben. Keine Chance. Er rührt keinen Finger im Haushalt. Im Gegenteil, er erwartet, dass ich hinter ihm her räume und ihm pünktlich sein Essen serviere. Was soll ich machen? Hausarbeit ist so gar nicht meins, aber für ihn tue ich es und das auch noch gern.

Er lebt mit mir. Das haben Sie sich sicher schon gedacht. Er ist nicht nur mein Assistent, er ist auch ein Lebensgefährte, ein Familienmitglied auf das ich niemals verzichten würde. Um ehrlich zu sein, als ich anfangs geschrieben habe, ich könnte auch ohne ihn leben, habe ich gelogen. Niemals könnte ich ohne ihn leben und werde es auch nicht, solange er lebt.

Jetzt sind Sie ein klein wenig neugierig geworden, nicht wahr? Sie würden gerne wissen, wie er aussieht, mein Assistent und ständiger Begleiter. Na gut, hier ist er:

Tino1

Tino3

Tino2

Übrigens, der Goldschatz heißt Tino.

Haben Sie auch so einen wunderbaren Begleiter? Dann schreiben Sie mir doch in die Kommentare, warum Sie ohne ihn oder sie nicht leben könnten. Gerne auch mit Bild natürlich.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre

Liz Freitag