Was ich lese: „Wildeule“ von Annette Wieners

Posted by on Aug 9, 2017 in Was ich lese | No Comments
Was ich lese: „Wildeule“ von Annette Wieners

Bei Vorablesen konnte ich den neuen hervorragenden Krimi „Wildeule“ von Annette Wieners (List Verlag, 352 Seiten, € 9,99) schon vor dem eigentlichen Erscheinungstermin (11. August 2017) lesen und kann das Buch hier nur wärmstens empfehlen. Eine spannende Lektüre für die Ferien oder die kommenden Zeiten auf der Couch. Wildeule von Annette Wieners

Inhalt:
Die ehemalige Kriminalkommissarin Gesine Cordes, die sich vor Jahren nach dem Tod ihres kleinen Sohnes aus ihrem alten Leben zurückgezogen hat, arbeitet seither als Friedhofsgärtnerin. Ihr Leben, das immer noch vom Tod ihres einzigen Kindes überschattet ist, spielt sich in geordneten Bahnen ab, bei dem sie nur wenige Bezugspersonen begleiten. Ihr bester Freund Hannes, ein Bestattungsunternehmer, der Bauer Josef, auf dessen Hof sie einen Wohnwagen bewohnt und ihre beiden kleinen Nichten Frida und Marta. Dieses überschaubare Leben bekommt plötzlich einen Riss, als Gesine bei einer Beerdigung bemerkt, dass der Sarg nicht richtig geschlossen ist. Und dann liegt im Sarg nicht der richtige Leichnam, sondern ein Bestattungsunternehmer – der größte Konkurrent ihres besten Freunds Hannes. Ausgerechnet der gerät bald in Verdacht und Gesine beginnt zu ermitteln, um ihrem Freund zu helfen, doch auch ihr kommen nach und nach Zweifel.

Bewertung:
Der Autorin gelingt es ganz wunderbar nicht nur die Figuren mit leichter Hand zu zeichnen, sondern ohne Pathos auch ein Bild von den Seelenzuständen zu zeigen. So bleibt keine Handlung unerklärlich und man fühlt nicht nur mit den Protagonisten, sondern letztlich mit allen Figuren mit. Dabei hält sie die Spannung bis zum Schluss und der Leser rätselt aufgrund geschickt gelegter Spuren wer der Mörder ist und wie sich alles zusammenfügt. Und es fügt sich zusammen, elegant, aber ohne Übertreibungen und vor allem völlig frei von Kitsch.

Besonders gut gefällt mir die sehr schöne und bildhafte Sprache der Autorin. Sätze wie „Sein Schnurrbart zuckte unter der Nase, wie ein Tier“ oder „Der dunkle Mantel hing an ihm herab, wie die Flughaut einer Fledermaus“ bereiten mir persönlich ein sinnliches Vergnügen, von dem ich noch lange nach der Lektüre zehren kann.

Das Buch ist außerdem hübsch mit Zeichnungen von Pflanzen illustriert, über deren Giftigkeit man nebenbei auch noch so einiges erfährt. Ich persönlich interessiere mich jetzt nicht so für Pflanzen, aber die kurzen Passagen, Einblicke in Gesines Notizbuch, geben dem Buch noch einmal etwas ganz Besonderes.

Fazit:
Ich habe das Buch an einem Tag von der ersten bis zur letzten Seite gelesen, was mir selten passiert. Hin und wieder waren mir die Landschaftsbeschreibungen ein klein wenig zu lang, aber das ist sicherlich Geschmacksache und das einzige, was ich zu bemängeln habe.
Eine ganz klare Kaufempfehlung. Ein Muss, für jeden Krimi-Fan. Ich habe mir den Vorgängerband schon bestellt (und gelesen) und bin fast ein wenig süchtig geworden nach der etwas sperrigen Gesine Cordes.

Viel Vergnügen bei der Lektüre

Herzlichst
Ihre
Liz Freitag

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