Das neue Buch

Posted by on Sep 22, 2016 in Buchentwicklung | No Comments
Das neue Buch

Ich hatte ja sooo viel vor in diesem Jahr. Und nun sitze ich hier und frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Schon ist wieder September, in München tobt das Oktoberfest (ja, das heißt immer noch Oktoberfest, obwohl es regelmässig Mitte September startet) und in den Supermärkten stapeln sich bereits Lebkuchen, Spekulatius und Co.

„Und sonst so? Was macht das Buch?“
Diese Frage wird in meinem Freundeskreis nur noch verhalten gestellt. Zugegeben: Nach dem gefühlt zigtausendsten Mal, wann denn mein Krimi nun endlich fertig sei, bestand meine Antwort nur noch aus einem Grunzen, gefährlich rollenden Augen und böse Zungen behaupten, dass dabei auch Rauch aus meinen Ohren gequollen sei (natürlich alles böse Nachrede).

Aber mal ehrlich, was macht denn nun das Buch?
Irgendjemand besonders Schlaues hat mal gesagt, dass man überschätzt, was man in einem Monat schaffen kann und unterschätzt, was man in einem Jahr alles geregelt bekommt. Bei mir scheint es irgendwie genau anders herum zu laufen. Während des NaNoWriMo im vergangenen Jahr, hatte ich keine Schwierigkeiten innerhalb von 30 Tagen mehr als 50.000 Wörter in meinen Laptop zu hacken. Mit der Geschwindigkeit hätte mein Buch innerhalb von drei Monaten fertig sein müssen. War es aber nicht. Frei nach dem Motto: Leben ist das, was passiert, während Du gerade dabei bist, andere Pläne zu machen.

Ich habe, wie so viele andere Autoren auch, erfreulicherweise einen „Bread-and-Butter-Job“, also einen Beruf, der meine Miete bezahlt und meinen vierbeinigen Assistenten und mich ernährt. Und ersterer hat Ansprüche, das kann ich Ihnen sagen. Da heißt es, die freie Zeit gut einteilen, denn neben meinem Hauptjob sind da noch Familie, Freunde, Haushalt, etc. Kurzum, es gab in den vergangenen Monaten viele Wochen, in denen es nur quälend langsam voran ging. Manchmal sogar überhaupt nicht.

Aber irgendwann ist auch das längste Buch einmal zu Ende und …. tatatata …. auch zu meinem ersten Ammerseekrimi fehlen, Stand heute, nur mehr die drei letzten Kapitel und die sollte ich in den nächsten Tagen ebenfalls zu Ende schreiben können. So weit, so gut. Um das fertige Manuskript besser bearbeiten zu können, habe ich es – bis auf die letzten Kapitel – schon mal ausgedruckt. Klingt vernünftig, war aber ein schwerer Fehler. Denn das, was da aus dem Drucker quoll summierte sich zum Schluss auf knapp 900 DIN A5 Seiten. Mit den letzten drei Kapiteln habe ich mit Sicherheit die 1.000-Seiten-Marke geknackt. Wie viel Seiten hatte noch mal das „Kapital“ von Marx??

Für mich persönlich können Bücher, so sie denn gut und fesselnd sind, nicht lang genug sein. Aber ein Krimi mit 1.000 Seiten ist selbst mir zu viel – und Ihnen wahrscheinlich auch. Das verstehe ich. Ich will Ihre Geduld ja nicht gleich beim ersten Band überstrapazieren und ich gehe davon aus, dass auch Sie neben dem Lesen noch andere Beschäftigungen haben, die Ihr Leben füllen, seien sie nun geliebt oder ungeliebt.

Als nächstes kommt also jetzt die Überarbeitung des Manuskripts und damit verbunden das Kürzen. Ja, ok, intensives Kürzen. Und dann ist meine Lektorin dran, die es inzwischen kaum noch abwarten kann, endlich an die Arbeit zu gehen. Ich bin sicher, dass sie mit Argusaugen nicht nur jeden Fehler sondern auch noch eine Menge weiteres kürzungswürdiges Material finden wird. Währenddessen werde ich mich dann damit beschäftigen, dem Kind, äh Buch, einen passenden Namen zu geben und, mindestens ebenso wichtig, ein ansprechendes Buchcover erstellen zu lassen.

Ich muss Sie also noch um ein wenig Geduld bitten, bis Sie Charlotte König bei der Aufklärung ihres ersten Falls begleiten können. Wenn Sie es gar nicht abwarten können, schreiben Sie mir doch eine kurze Mail und bewerben Sie sich als Testleser(in). Dann können Sie das Buch kostenlos bereits vor der Veröffentlichung lesen, müssten mir jedoch im Anschluss ein paar Fragen beantworten. Dafür bedanke ich mich nach der Herausgabe mit einem gedruckten Exemplar, dass ich exklusiv für Sie signiere.

So, und jetzt muss ich dafür sorgen, dass Kriminalhauptkommissarin König ihre erste Mordermittlung erfolgreich beendet und eine schreckliche Katastrophe abwendet.

Man liest sich – bis demnächst.

Herzliche Grüße
Ihre

Liz Freitag

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